Entwicklungshilfe und kulturellen Austausch vereinen – „Action pour un monde uni“ feiert 20. Jubiläum

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Seit 20 Jahren ist „Action pour un monde uni“ (AMU) weltweit in der Entwicklungshilfe nach ihrem Leitmotiv „La culture du don, une vision qui mérite réflexion“ aktiv. Mit einer Festsitzung in den Räumlichkeiten von BGL BNP Paribas in der Hauptstadt feierte die Vereinigung dieses Jubiläum im Beisein von Kooperationsminister Marc Spautz und dem emeritierten Erzbischof Fernand Franck. „Ohne Herz, Liebe und Verstand nutzt alles Geld dieser Welt wenig“, umriss Marc Spautz die Einsatzwerte der AMU. Nach seinen Dankesworten an alle Mitarbeiter bestätigte der Minister, dass trotz haushaltstechnisch schwieriger Zeiten, alle Parteien weiterhin gewillt seien ein Prozent des nationalen Bruttosozialproduktes in die Entwicklungshilfe zu investieren. Damit Zielregionen zu Selbstversorgern werden, bedürfe es nachhaltiger Investitionen in die Erziehung und in moderne Technologien, so Marc Spautz weiter.

Die Vereinigung wurde am 9. Oktober 1992 gegründet, ein Jahr später erhielt sie die Einsatzberechtigung. Sie ist heute in Argentinien, Peru und Uruguay in Lateinamerika, in Haiti in Mittelamerika und in Guinea, Ruanda und Tansania in Afrika aktiv. In ihrem Büro in Filsdorf leiten zwei hauptamtliche Halbtagskräfte die Tagesgeschäfte der AMU.

Laut Präsident Claude Metz sind weltweit immer noch 60 Länder von Hunger bedroht, zwanzig bis dreißig Länder leiden unter akuten Hungersnöten. Zusätzlich dürften sich bis 2050 die Preise für die Grundnahrungsmittel verdoppeln. Jeweils fünf unterschiedliche Länder stünden weltweit für 95 Prozent der Reisproduktion, 85 Prozent des Maisanbaus und 63 Prozent der Weizenernten. Vehement forderte der Redner ein Spekulationsverbot auf Grundnahrungsmitteln. In Luxemburg unterstütze die Regierung vor allem gemeinnützige Vereinigungen, bei denen die Gelder direkt in die Entwicklungshilfe fließen würden. Als gleich wichtig bezeichnete Claude Metz den Austausch kultureller Werte.

Vor 20 Jahren sei ein Projekt zur Gesundheitsfürsorge im Libanon der Auslöser zur Gründung der Vereinigung gewesen, so Gründungsinitiator Bedrara Ziade. In Zusammenarbeit mit christlichen Familien vor Ort konnte dieses Projekt mit minimalen Ausgaben für Verwaltungsaufgaben durchgezogen werden.

Der frühere Präsident und heutige Vizepräsident, Robert Kremer, erinnerte an erste Projekte zur Jugendausbildung in Argentinien und zum Bohren eines 250 Meter tiefen Brunnens in Brasilien. So entstand eine Grundschule mit angegliederten Werkstätten. Von den elf ersten Absolventen dieser Schule haben deren neun die Universität besucht.

Weitere Aktionsbereiche betreffen humanitäre Hilfen, die Finanzierung technischer Infrastrukturen und Patenschaften zur Ausbildung von Kindern. Dabei wird vorrangig Wert auf Investitionen in erneuerbare Energien und die Diversifikation der Agrarwirtschaften gelegt.

Laut Permanent Claude Steichen erlaube die Beschäftigung von hauptamtlichen Mitarbeitern sowohl eine bessere Vermarktung der Aufgabengebiete, als auch verbesserte Kontakte zu den Projektleitern vor Ort. Manche Jugendliche haben mit der Unterstützung der AMU Erfahrungen in der Entwicklungshilfe gesammelt.

So erinnerte Marianne Harpes sich ihres elf Monate dauernden Einsatzes in Brasilien zum Aufbau einer besseren Welt. Dabei sei sie während längerer Zeit als Erziehungshelferin in einem kleinen Dorf am Fuße der Anden, in dem die Einwohner unter ärmlichsten Verhältnissen lebten, tätig gewesen. Ebenso habe sie während mehrerer Monate in einem Armenviertel von Buenos Aires, einem Viertel ohne Menschlichkeit, viel Menschlichkeit erfahren.

Christiane Stein berichtete über ihren Austausch mit einer Gemeinschaft, die von ihrem Plantagenbesitzer und Arbeitgeber zur Urbarmachung der Böden ihres Dorfes in ein Zeltlager ausgesiedelt wurde.

Abschließend stellte Manfred Rwebugisa sich über Videokonferenz mit seinem Projekt für eine Solaranlage zur Stromproduktion für Anlagen im Erziehungs- und Gesundheitsbereich in Tansania vor.

Durch die Festsitzung führte Brigitte Wciorka. Die musikalische Umrahmung oblag Cellist Tom Feldgen. Zum Abschluss stellte Präsident Claude Metz das neue Logo vor. (pm)

 

 

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