Faire Chance

Faire Chance

Eine Forderung, die zu Recht regelmäßig erhoben wird, ist jene, die Brücken zwischen den Schulen, bzw. Hochschulen und der Berufswelt konsequent auszubauen. Durch Ferienjobs und Berufspraktika gilt es, junge Menschen möglichst früh auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

Hier stehen die Jugendlichen in der Pflicht, die sich selbst um Jobs und Praktika bemühen müssen, ebenso ihre Eltern, die sie motivieren müssen, initiativ zu werden. Insbesondere sind aber auch die Betriebe gefordert, Ferienjobs und Stageplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen. Das gehört zur sozialen Verantwortung der Betriebe. Hinzu kommt, dass das diesbezügliche Engagement der Betriebe eine ganz wesentliche Zukunftsinvestition darstellt! Jeder Betrieb hat ein vitales Interesse daran, dass seine zukünftigen Angestellten bei Berufsantritt bereits über praktische Vorkenntnisse verfügen und wissen was die Realitäten und besonderen Anforderungen in der Berufswelt sind.

Nun ist es in den letzten Jahren so, dass immer mehr die mehr oder weniger pauschale Aussage kommt, die Jugendlichen seien ungenügend ausgebildet, demotiviert und würden sich zusehends weniger um einen Studentenjob oder einen Praktikumsplatz bemühen.

Doch wie ist es mit den zahlreichen Schülern und Studenten, die auch dieses Jahr – und dies oft seit Monaten – wieder Bewerbungsschreiben in großer Zahl an Unternehmen richten, um sich für einen Ferienjob zu bewerben, die oft aber keine Antwort und nicht einmal eine Empfangsbestätigung erhalten. Der Initiativgeist und die Einsatzbereitschaft dieser Schüler und Studenten wird nicht im Geringsten gewürdigt. Wenn eine Antwort kommt, ist dies oft erst im Juni, wenn sich die Jugendlichen bereits anders organisiert haben. Auf Dauer höhlen solche Warteschleifen jede Motivation aus und es kann eigentlich nicht überraschen, dass Jugendliche nach einer gewissen Zeit resignieren.

Mit der gleichen Problemlage sind auch viele Schüler der technischen Lyzeen konfrontiert zu deren Schulplänen Praktika in den Betrieben gehören. Hier ist es ebenso, dass viele Schüler massive Anstrengungen unternehmen, viel Zeit investieren um Bewerbungen zu schreiben, oft telefonisch nachhacken, um am Ende doch leer auszugehen.

Die Schuld kann nicht auf die Jugendlichen abgewälzt werden mit dem Argument, sie seien antriebslos und ungenügend vorbereitet. Zu viele Jugendliche, die über solide Grundkenntnisse verfügen, bemühen sich nach besten Kräften aber vergeblich, für die Chance ihr schulisches Wissen durch praktische Erfahrungen zu ergänzen.

Wie gesagt, Pauschalisierungen, die unsere Jugendlichen in ein schlechtes Licht rücken und zu Resignation verleiten, sind komplett falsch. Alle sind gefordert: Die Schüler und Studenten, ihre Eltern und die Unternehmen, die sich wieder mehr ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein müssen und die sich endlich darauf besinnen sollten, dass es mittel- und langfristig in ihrem ureigensten Interesse ist, jungen Menschen eine faire Chance zu geben.

 

Endlich Nägel mit Köpfen !

Die Notwendigkeit eines Anti-Mobbing Gesetzes steht außer Frage.

Bereits im Dezember 2009 sowie im März 2010 habe ich in zwei parlamentarischen Anfragen darauf hingewiesen, dass eine solche Gesetzgebung längst überfällig ist. Die von den Sozialpartnern abgeschlossene Konvention vom 25. Juni 2009 gegen Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz wurde schon seit langem von den Verbänden, die in diesem Bereich tätig sind, als unzureichend betrachtet.

Die Forderung nach einer klaren Gesetzgebung ist also bei weitem nicht neu. Dass Handlungsbedarf besteht, ist seit langem klar und unumstritten.

Für Arbeitsminister Nicolas Schmit war jedoch bis dato eine vorhergehende Auswertung der Konvention von 2009 Grundbedingung für eine neue Gesetzgebung.  Diese sollte 2014 stattfinden.

Nun scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben. Wie sonst ließe sich die Eintracht erklären, die zu dieser wichtigen Frage zwischen Minister, Arbeitgebern und Arbeitnehmern herrschte anlässlich des Forums über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz am 30. März 2011.

Es ist zu begrüssen, dass Luxemburg nun endlich ein Anti-Mobbing Gesetz bekommen soll.

Marc Spautz
Abgeordneter